Wichtige Information zur Asiatischen Tigermücke im Gemeindegebiet | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Wichtige Information zur Asiatischen Tigermücke im Gemeindegebiet

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Gemeindegebiet von Liederbach am Taunus wurde kürzlich ein Einzelfund der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) fachlich bestätigt. Da sich die Mücke im Main-Taunus-Kreis punktuell ausbreitet, nimmt die Gemeinde diesen Fund sehr ernst.

Gleichzeitig möchten wir der verständlichen Besorgnis in der Bevölkerung entgegenwirken und wichtige medizinische Fakten sowie Verhaltensregeln aufklären.

Wichtige Klarstellung: Kein Zusammenhang mit „Flughafenmalaria“

Aufgrund der aktuellen Medienberichte über tragische Malaria-Erkrankungen und Todesfälle rund um den Frankfurter Flughafen und den Stadtteil Schwanheim herrscht verständliche Verunsicherung.

Die Gemeinde Liederbach stellt hierzu klar:

1. Malaria wird ausschließlich von tropischen Anopheles-Mücken übertragen. Die Asiatische Tigermücke kann den Malaria-Erreger biologisch nicht übertragen.

2. Bei den Vorfällen am Flughafen handelt es sich um sogenannte „Flughafenmalaria“. Einzelne infizierte Tropenmücken wurden als „blinde Passagiere“ in Flugzeugen eingeschleppt.

Warum muss die Tigermücke trotzdem bekämpft werden?

Die Asiatische Tigermücke ist extrem lästig, da sie im Gegensatz zu heimischen Mücken tagaktiv und sehr aggressiv sticht. Zudem kann sie in wärmeren Sommern theoretisch tropische Viren (wie Dengue oder Chikungunya) übertragen, sofern sie zuvor einen infizierten Reiserückkehrer gebissen hat. Um eine dauerhafte Ansiedlung in Liederbach zu verhindern, müssen wir jetzt gemeinsam handeln. In Hessen wurde bisher keine Übertragung von Krankheitserregern durch eine Asiatische Tigermücke bei einem Menschen dokumentiert.

Aufruf an alle Bürger: Brutstätten im eigenen Garten beseitigen!

Tigermücken haben einen minimalen Flugradius von oft weniger als 200 Metern. Wenn Sie im Garten belästigt werden, liegt die Brutstätte meist direkt auf Ihrem Grundstück oder beim Nachbarn. Die Mücken nutzen keine tiefen Gartenteiche (wegen der Fische und Libellenlarven), sondern kleinste, künstliche Wasseransammlungen.

Sollte sich die Tigermücke auf Ihrem Grundstück angesiedelt haben, können nach fachlicher Beratung biologische Bekämpfungsmittel eingesetzt werden. Hier stellen Bti-Produkte (Biozide) ein wirksames Mittel dar. Der Wirkstoff (ein Eiweißkristall) wird aus dem bodenlebenden Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) gewonnen. Er wird in Tabletten-Form in die befallene Wasserstelle gegeben und tötet dort gezielt die Stechmückenlarven ab

Bitte prüfen Sie Ihren Außenbereich wöchentlich auf folgende Punkte:

  • Regentonnen: Müssen absolut mückendicht (z. B. mit einem feinmaschigen Fliegengitter) abgedeckt werden.

  • Gießkannen, Eimer, Schalen und Spielzeuge: Nach der Benutzung vollständig leeren und umgedreht unter ein Dach stellen.

  • Untersetzer von Blumentöpfen: Regelmäßig entleeren oder ganz entfernen.

  • Vogeltränken & Haustierschalen: Mindestens einmal pro Woche das Wasser komplett wechseln und die Schale heiß auswischen.

Verdachtsfälle richtig melden:

Die Gemeinde Liederbach überwacht die Situation in enger Zusammenarbeit mit den Landesbehörden. Wenn Sie eine Mücke entdecken, die auffällig tiefschwarz mit schneeweißen Streifen an den Beinen sowie einem einzelnen weißen Längsstreifen auf dem Rücken ist:

1. Fotografieren Sie das Insekt möglichst scharf von oben (Rückenansicht).

2. Senden Sie das Foto mit Angabe des Fundortes (Straße) direkt an das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) unter der zentralen E-Mail-Adresse: klima@hlfgp.hessen.de

Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Ihre Aufmerksamkeit!

Liederbach am Taunus, im September 2026
Der Gemeindevorstand – Eva Söllner – Bürgermeisterin